Lust auf ein Experiment?

Jetzt denkst Du sicher: „Was für ein Experiment?“ Ich komme gleich darauf, versprochen.

 

Aber erstmal...

...muss ich Dir etwas erzählen. Ich habe neulich gelesen, dass uns die Forschung (Ariely, 2015) zeigt, wie falsch wir mit unseren eigenen Annahmen und Schlussfolgerungen liegen können. Gerade dann, wenn es um UNS selbst geht. Wir denken in „wenn, dann“ oder „es doch könnte dieses oder jenes passieren“ und schon stoppen wir uns selbst.

Und werden nie erleben, ob wir eigentlich recht haben oder nicht. Spannend, oder?

 

Ich habe ein bisschen darüber nachdenken müssen.

Als Coach begegnet es mir recht oft, dass Coachees etwas über jemanden oder eine Situation denken und es für wahr halten. Am Ende stellt es sich oft als eine mögliche Sichtweise heraus und wir haben weitere gefunden.

 

Bei der Methode „Ich-Du-Meta“ ist das zum Beispiel der Kerngedanke: 

Sich mal in die Schuhe eines anderen zu versetzen, um eine andere Perspektive zu erhalten und sich selbst mit dem, was man tut, zu überprüfen. Man erzählt ein und dieselbe Situation aus drei Rollen heraus:

  1. Ich (Sich selbst) - wie habe ich die Situation erlebt?
  2. Du (Der/die Andere) - wie hat mein Gegenüber die Situation erlebt? Was hat er oder sie wahrgenommen und gefühlt?
  3. Meta - Ein Regisseur oder Gegenstand, der völlig objektiv auf die Situation geschaut hat und erzählen kann, wie er oder es beide Parteien wahrgenommen hat.

 

3 Wahrnehmungen und damit 3 Annahmen über ein und dieselbe Situation. 

Vor dem Rollentausch war es eine Wahrheit bzw. eine Schlussfolgerung, das es so und nicht anderes ablaufen kann.

Wir liegen hier ohne Rollentausch quasi systematisch daneben. Sagt die Forschung. Und ich finde das stimmt. Wieso systematisch? Nun, weil wir mit all unserem Wissen über uns selbst, und unseren Erfahrungen und den daraus gezogenen Schlüssen immer wieder zu den gleichen Ergebnissen kommen. Wir suchen regelrecht nach den Fakten, die uns dann auch noch unsere „Diagnose“ bestätigen. Alles, was da sonst noch ist, dass einen Versuch bestärken würde, übersehen wir auf diese Weise. Klingt logisch, oder?

 

Nach dem Rollentausch ist nichts mehr wie vorher und man hat neue Perspektiven, neue Fakten und dadurch eine Idee, was anders ablaufen könnte. Eine neue Annahme. Ein neue Schlussfolgerung. Damit erweitern wir unseren Erfahrungsschatz und werden künftig besser beurteilen können.


Ich präsentiere: Dein Selbst-Coaching-Experiment

Eine weitere Idee ist, die Annahmen durch kleine Experimente zu überprüfen. Und hier kommen wir nun zu Deinem Selbst-Coaching-Experiment.

  1. Überleg mal: Würdest Du gern etwas tun und traust Dich nicht, WEIL…. Vervollständige Du den Satz in Gedanken.
  2. Und dann überleg Dir, was Du tun könntest, um erstmal zu testen. Was wäre ein kleiner, machbarer Schritt?  
  3. Und dann geh ihn.
  4. Überprüfe Deine Annahme, es nicht zu können.
  5. Was ist das Ergebnis? Bestimmt eine neue Erkenntnis über Dich selbst.

 

Ich lade Dich ein: Versuche mindestens ein Miniexperiment. Was kann da schon schiefgehen? 

 

Deine Anne