alles wahre Geschichten?

Sind alle Geschichten, die wir uns und anderen über unser Leben erzählen, wahr?

Eine spannende Frage finde ich. Wie sich auch in der Geschichte des Elefanten zeigt, glauben wir, was wir erleben und daran, wie wir es erleben. Aus unseren Erlebnissen werden unsere Geschichten.

Wirklich objektiv ist das nicht. Wir nehmen alles Erlebte durch die Brille der Erinnerungen, Interessen und Gefühle war und geben dem Ganzen eine Bedeutung. Daher kann „Wahrnehmung“ auch häufiger „Wahrgebung“ heißen. Man könnte auch sagen, dass wir uns fortwährend Geschichten von unserem Leben erzählen. 

Anhand unserer Wahrnehmungen gestalten wir uns ein inneres Bild, das wir für die Realität halten. Da wir im Laufe unseres Lebens Handlungsstrategien entwickelt haben und weiterhin entwickeln werden und diese durch bestimmte Reize ausgelöst werden, sorgt die eigene Wahrgebung einer Situation für eine bestimmte Reaktion und Nutzung einer bestimmten Handlungsweise. Das läuft automatisch ab.

Du kannst es Dir aber bewusst machen. Da dies bei jedem von uns unterschiedlich ist, können schon mal Missverständnisse oder Konflikte entstehen.

Das Gute daran ist, dass nichts davon in Stein gemeißelt ist. Du kannst Dein Erleben bewusst machen, mitsteuern und neue Entscheidungen treffen.

Frag Dich zum Beispiel:

  • Welche Reaktionen und Gefühle hat das bei mir ausgelöst?
  • Was habe ich wann und wie gesehen?
  • Wenn Du Dich z.B. geärgert hast: Was hat mein Ärger mit mir zu tun?

Befrag auch andere zu ihren Wahrnehmungen und gleiche eure Geschichten ab.

Bemerkst Du einen Unterschied?


„Wir können überhaupt nicht denken, ohne unsere fünf Sinne zu gebrauchen.“ 
Albert Einstein

Wir können uns unsere Wahrnehmung selbst gestalten. Erlebnisse nehmen wir mit allen Sinnen wahr und geben ihnen eine Bedeutung.

Alles spielt zusammen. Wie gut dabei unser Zuhören ist, hängt davon ab, wie es um unsere Bedürfnisse und Motivation steht. Otto Scharmer hat sich in seinem Buch „Theorie U“ damit beschäftigt, wie sich eine Situation entwickelt.

Seiner Ansicht nach hängt es davon ab, wie man an die Situation herangeht. Er bezieht das auf die eigene Aufmerksamkeit und Achtsamkeit. Wir hören normalerweise das, was wir schon immer gehört und gewusst haben. Wenn Du Dich mit einer guten Freundin, Deiner Mutter oder Deinem Partner streitest und ihr in euren typischen Streitmustern unterwegs seid, wirst Du immer das hören, was Du erwartest zu hören. Du wirst sowas denken wie „Jetzt geht das schon wieder los!“. Du interpretierst die Gegenwart basierend auf dem, was Du aus der Vergangenheit kennst. Otto Scharmer nennt das „Runterladen“. In diesem Moment würdest Du auch nicht bemerken, wenn Dein Gegenüber plötzlich und unerwartet etwas ganz anderes sagt, als es sonst üblich wäre.

Hier kommt die Aufmerksamkeit ins Spiel. Beginnst Du wieder aufmerksamer und achtsamer für Dich und Dein Gegenüber zu werden und zu sein, kannst Du Veränderungen entweder bemerken oder selbst einbringen, um eure Muster zu durchbrechen.

Achte mal drauf und versuch, einen Unterschied zu machen.

Ich bin neugierig und freue mich, wenn Du mir von Deinen Erfahrungen berichtest. Konntest Du das Runterladen bei Dir oder anderen bemerken?

Wenn Du bei der Umsetzung Unterstützung brauchst, buch Dir jetzt hier Dein kostenloses Erstgespräch.

Liebe Grüße

Anne